No.1_Buchstabensuppe

Was ist in der Buchstabensuppe versteckt? Los geht’s bei diesem Starterkit mit einer Frage. Buchstaben-Suppe (im Englischen alphabet soup) ist (Bau-) Material und zugleich Sinnangebot. Die fotografische Inszenierung spielt eine wichtige Rolle.

Material

  • 1 kleiner Berg Buchstabensuppe pro Person
  • 1 Papier als Unterlage (im Kunstunterricht ggf. ein Heft, das Kunstheft, es wird dann Teil einer performativen Aktion)
  • 1x geschlossene Augen zum Start – das Einverständnis aller vorausgesetzt
  • 1 Frage: Was ist in der Buchstabensuppe versteckt?
  • 1 Verabredung: Immer mal ein Zwischenfoto machen
  • 1 Foto-/ Handykamera pro Person oder Gruppe 

Akustische Erweiterung / Idee für eine Szene mit Spannung:

1: Alle mitmachenden Menschen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Schüler*innen, Freund*innen schließen die Augen.

2: Die Buchstabensuppe wird von einer Person – im Kontext Schule könnte es die Lehrperson sein- auf ein Papier bzw. in das Kunstheft geschüttet.

3: Das Geräusch kommt näher und ist irgendwann direkt vor der eigenen Nase. Was rieselt da auf den Tisch? Sind es etwa Krabbeltiere?

4: Schließlich haben alle einen kleinen Berg aus Buchstabensuppen-Nudeln vor sich. Augen öffnen.

5: Los geht’s mit einer Frage: Was ist in der Buchstabensuppe versteckt?

PS: immer mal wieder ein Foto machen.

Potentiale von Buchstaben-Suppe:

Buchstaben-Suppe (im Englischen alphabet soup) ist (Bau-) Material und zugleich Sinnangebot: Die kleinen Nudelbuchstaben können Wörter und Sätze bilden, zu Symbolen gelegt oder zu Ornamenten zusammen gefügt werden, einen Hügel bilden, geklebt, geschichtet, sortiert, durchwühlt werden. Buchstabensuppe ist in jedem Supermarkt vorrätig, kostengünstig zu erwerben (250g einer bekannten Teigwarenfirma kosten ab 0,99 Euro), quasi unbegrenzt halt- und multidimensional einsetzbar (2D , 3 D, real-tatsächlich und fotografisch)…

Im Kontext Schule:

Lehrperson und Schüler*innen vereinbaren die Länge der Arbeitsphase und die fotografische Dokumentation der Suche durch die einzelnen Schüler*innen. Das Starterkit kann alleine als Zwischenintermezzo stehen, in ein Projekt integriert werden oder als inspirierender Start funigieren. In dem von mir konzipierten Kunstunterricht war das Starterkit Teil einer ersten Ideensondierung im Rahmen eines Modeprojektes mit dem besonderen Fokus Buchstaben-Sprache-Text-Schrift . Die Schüler*innen haben ganz unterschiedliche Wege verfolgt: Vom Haarreif mit Origamiblüten und kaligrafischen Elementen , über ein Lätzchen, das einen offenen Schlund zeigt (Buchstaben spuckend) über ein Schmuckset, dem Jutebeutel mit Buchstaben-Stickmuster, in allen Fällen hat wie beim Prinzip Starterkit auch die fotografische Inszenierung eine wichtige Rolle gespielt.

Bilderstrecke

Add-ons und Erweiterungen

#1 Aktuelle Kunst im Kontext

In diesen Arbeiten spielen auch Buchstaben/Sprache/Text eine Rolle.

Alighiero Boetti … Lawrence Weiner … Sol Lewitt … Barbara Kruger … Jenny Holzer … Timm Ullrichs … Peter Fischli/David Weiss (Findet mich das Glück?) … Herta Müller (Collagen) … Hanne Darboven … On Kawara … Ed Ruscha … Liah Perjovchi … Astrid Klein … Michel Majerus … Joseph Beuys … Daniele Buetti … Marcel Duchamp … Joseph Kosuth … Cy Twombley … Bethan Huws (At the base of the brain there is a fountain, 2009) … Astrid Klein … Robert Barry … Matthew Brannon … Sophie Calle … Elmgreen&Dragset … Sylvie Fleury … Jochen Flinzer … Gajin Fujita … Martin Kippenberger … Elke Krystufek … Ken Lum … Gerhard Merz … Manuel Ocampo … Daniel Pflumm … Jack Pierson … Raymond Pettibon … Sigmar Polke … Richard Prince … Fiona Rae … Charles Sandison … Pietro Sanguineti … Keith Tyson … Mark Titchner … Ben Vautier … Christopher Wool … Remy Zaugg … Marcel Brodthaers … John Baldessari… Matt Mullican … Richard Artschwager … Jenny Holzer … Antje Dorn … Cerith Wyn Evans … Gillian Wearing (Signs That Say What You Want Them to Say and Not Signs That Say What Someone Else Wants You to Say , 1992–93)… Šelja Kamerić … Ignas Krunglevičius (Interrogation, 2009)… Tamar Guimaraes und Kaspar Akhoi … Sophie Calle/Paul Auster (Double Game, 2007) … Julius Popp … Daniel Pflumm … Fiona Banner …

Ps: Es geht im Rahmen der Starterkits immer um ein Zusammendenken, das heißt das Herstellen von Schnittmengen. Die vorgestellten Arbeiten und Positionen verhandeln immer auch weitere bzw. mehrere Themenfelder.

#2 Alltagsphänomene im Kontext

… Namensketten … Statement-Shirts … Graf Zahl … Scrabble …Strassenschilder…Autokennzeichen…Notizzettel… Kühlschrank-Magnete … Zuckerschrift… digitale und analoge Textbotschaften… Sporttrikots… Namenstassen … Firmenlogos… Namensgenerator… Geburtstagstorte… Google-Übersetzung … Plakat … Schimpfwörter … Glückwunschkarten … Buchcover … Glückskekse und Pechkekse … Etiketten … Worthülsen… Zahlendreher … Schriftzug … Sprachrohr …

Der Weltrekord im Nudel-Essen – „schnellstes Verspeisen einer
Portion Pasta“ liegt übrigens bei 41 Sekunden und wurde am 13 Juli 2013 von Furious Pete, alias Peter Czerwinski (CDN) in St.Peter Ording aufgestellt.

https://rekord-institut.org/schnellstes-verspeisen-einer-portion-pasta/